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Inklusive Sprache

Inklusive Sprache (Gendern) & Change Management

In der @mediasres-Sendung vom 3. Juli stand das Gendern im Journalismus und bei den Medienschaffenden im Zentrum:

Gendern & Inklusive Sprache

Sehr gut gefallen hat mir der Kommentar einer Person, die – so wie ich – den Begriff ‚Gendern‘ nicht mag. Für mich hört sich ‚Gendern‘ nach einer neutralen, grammatikalischen Wortkategorie an; wie z.B. Akkusativ oder Dativ. Das Wort ‚Teilnehmer*innen‘ ist, so betrachtet, ein bisschen ’nur‘ ein ‚Gendertiv‘.

‚Gendern‘ ist für mich jedoch eine von mehreren Strategien zur Vermeidung des Generischen Maskulinums. Und darum geht es; um die Vermeidung des Generischen Maskulinums; um die Vermeidung von ‚Mitmeinen‘ und ‚Nicht-Repräsentation‘ in Sprache. Und das nicht aus formellen, grammatikalischen Gründen durch ein ‚Gendertiv‘, sondern, weil das Generische Maskulinum nicht korrekt und unfair ist.

Und weil sprachliche Präzision, Korrektheit und Fairness (Gleichbehandlung) mein Ziel ist, finde ich den Begriff ‚Inklusive Sprache‘ besser. Weil ich präzise und fair kommunizieren möchte, verwende ich eine Inklusive Sprache, welche die Vermeidung des Generischen Maskulinums notwendig macht.

Deshalb nutze ich manchmal die Sprachtechnik des Genderns durch das famose ‚*‘ (Gender-Sternchen). Jedoch meistens geschrieben und nur, wenn mir nichts Besseres einfällt. Zurzeit. Denn bei mir erzeugt das Hören von gesprochenen Gender-Sternchen Millisekunden an kognitiver Dissonanz. Noch.

Change Management & Inklusive Sprache

Der Großteil der weiteren Kommentare der Deutschlandfunk-Hörenden hat sehr bis super-sehr negative Sichtweisen im Hinblick auf sprachliche Veränderung ausgedrückt. Wobei ich inhaltlich keine neuen Argumente ausmachen konnte.

Aufgefallen ist mir aber, wie emotional einige Menschen reagieren, wenn sie mit sprachlicher Veränderung konfrontiert werden. Rationale Argumente, wie Erkenntnisse aus der Neurolinguistik, der Verhaltensökonomie oder Appelle an Gleichbehandlung, kommen da nicht weiter. Sprachliche Veränderung und besonders das ‚Gendern‘ sind für diese Personen eine Gefahr für die Gesellschaft und für ihr Leben.

In meinem Kopf hatte ich dabei das Stereotyp von Mitarbeitenden in der öffentlichen Verwaltung. Diese Mitarbeitenden weigern sich, eine neue Software einzusetzen, weil sie nach 30 Jahren heuristischer Konditionierung durch Excel und Word-for-Windows keine Lust auf Open Source haben und weil sie das mental überfordert; Veränderung macht ihnen Angst und bedroht ihren Status-Quo.

„Der Mensch als „Gewohnheitstier“ steht in der Regel Veränderungen skeptisch gegenüber. Veränderungen sind mit Unsicherheit über die Zukunft verbunden und können als Gefahren und Risiken wahrgenommen werden. Zur Überwindung dieser Hindernisse wird immer häufiger das Modell der Transformationalen Führung empfohlen.“

(wikipedia.org: Veränderungsmanagement #Begleitung von Veränderungsprozessen)

Zu Wikipedias ‚Veränderungsmanagement‘ bin ich durch eine Suche nach ‚Change Management‚ gelangt. Denn ich glaube, dass Change Management gefragt ist, um manche Menschen mitzunehmen auf die Reise hin zu einer Inklusiven Sprache.

Innerhalb eines solchen Change Managements sollten der Journalismus und die Medienschaffenden die Rolle des Change Agents übernehmen und durch Transformationale Führung glänzen. Das ist meine Meinung.

Inklusive Sprache hat es schwer, wenn sie abstrakt bleibt und nicht praktiziert wird.

Stelle Dir vor: die Bildzeitung, die Süddeutsche, das c’t Magazin, Anne Will, Claus Kleber, die Kommissarinnen und Kommissare des Tatorts, die DSGVO, amazon.de und etc. ohne Generisches Maskulinum!

In meiner gefilterten Welt gibt es zurzeit nur ein Best-Practice-Beispiel für einen transformationalen Sprachgebrauch im Journalismus: meistens sind die Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten frei vom Generischen Maskulinum. Bravo!


Featured Image: by Ross Findon on Unsplash

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Sprache & Sprechen in den Medien

In der @mediasres-Sendung vom Montag, dem 1. Juni 2020, ging es um Sprache und das Sprechen in den Medien; und auch um die Verwendung einer inklusiven und fairen Sprache durch die Vermeidung des generischen Maskulinums (‚Gendern‘):

Und die mittlerweile vom generischen Maskulinum fast freien Best-Practice-Nachrichten auf Deutschlandfunk Nova?

Die wurden nicht erwähnt…. 🙂

Weitere Themen waren:

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Inklusive Sprache

Inklusive Sprache im Spanischen (lenguaje inclusivo)

Via der App Replaio – Live Radio Streaming – Music & Talk Stations und eines Chromecast-Dongle (mithilfe eines zwischengeschalteten HDMI-Audio-Extraktors) habe ich am Wochenende meinen spanischen Lieblings-Nachrichtensender RNE Radio 5 – todo noticias auf meine alte analoge Sony-Stereoanlage gestreamt. Und höre da, das Thema war Inklusive Sprache (lenguaje inclusivo) in der Hör-Reihe ‚Un idioma sin fronteras‘ (Eine Sprache ohne Grenzen):

„Hoy hablamos del género y la lengua con el académico Pedro Álvarez de Miranda, filólogo, experto en lexicografía, en historia del español, responsable entre otros muchos textos, de la pasada edición del diccionario, y uno de los cuatro redactores del informe de la RAE sobre el lenguaje inclusivo en la Constitución.“

(rtve.es)

Die RAE, die ‚Real Academia Española‘, in etwa sowas wie der Rat für deutsche Rechtschreibung für die spanische Sprache, hatte Anfang des Jahres ein Informationspapier (156 Seiten) im Auftrag und für die derzeitige Regierung erstellt. Dabei ging es um die Frage, ob der Text der spanischen Konstitution (Constitución española), die spanische Verfassung, durch eine Inklusive Sprache, angepasst werden soll.

Die RAE ist – paraphrasiert – der Meinung, dass das generische Maskulinum alle Menschen sprachlich adäquat abbildet; also eine Anpassung des Textes der Konstitution nicht notwendig ist. Einzige Ausnahme: die Ergänzungen ‚reina‘ (für Königin) und ‚princessa‘ (für Prinzessin). Weitergehende sprachliche Anpassungen sieht die RAE als politische Handlung/Eingriff.

Ist die jetzige sprachliche Fassung der spanischen Konstitution frei von Politik/Werten?

Traurig, traurig, traurig…

Jenseits der königlichen Sprach-Autorität finde ich Alternativen, die es besser machen (könnten):

Lesenswert im Zusammenhang mit der Idee des ‚lenguaje inclusivo‘:

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Beispiele Inklusive Sprache Korrekte Sprache

Deutschlandfunk Nova: inklusive und korrekte Nachrichten

Es tut sich etwas: Demonstrierende, Forschende, Expertinnen und Experten, Ermittelnde, Kritikerinnen und Kritiker…

Die 13-Uhr-Nachrichten auf Deutschlandfunk Nova waren inklusiv und korrekt und ich hatte nichts zu meckern…. .-) Bravo!

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genderleicht.de

Schon etwas länger online:

Gemacht vom Journalistinnenbund e.V.

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SEO & Algorithmen & Ungleichbehandlung

Ein spannender Artikel auf t3n über die Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, den wir durch unsere Sprache produzieren und der sich in den Suchergebnissen bei Google widerspiegelt:

Der Artikel hat mich sogar zu einem frühmorgendlichen Kommentar hingerissen:

Screenshot vom Komentar
Screenshot von t3n.de (31.07.2019)

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Sprache & Vorurteile: flip it to test it

Ein weiterer Hörtipp: diesmal aus der Hörsaal-Reihe vom Deutschlandfunk Nova:

In dem Vortrag spricht Beate Küpper über den in allen Menschen verankerten ‚Alltagsrassismus‘ gegenüber vermeintlich anderen; über das Verandern, Kategorisieren, über In-Group-Heterogenität und Out-Group-Homogenität; und darüber, dass wir als Menschen steuer- und manipulierbar sind (über unsere Gefühle) und manchmal entgegen unserer Ratio, unserer Überzeugung handeln und Entscheidungen treffen.

Sehr erinnert hat mich ihr Konzept vom ‚Alltagsrassismus‘ an das Konzept der unbewussten Stereotype (Vorurteile); englisch: ‚unconscious‘ oder ‚implicit bias‘ und an einen Ted-Talk von Kristen Pressner, den ich bereits gepostet habe:

Beim erneuten Anschauen des Videos entdeckte ich eine wichtige Strategie zur Vermeidung von diskriminierender Sprache; zur Vermeidung von einer Sprache, die ungleich behandelt und somit nicht inklusiv ist.

Flip it to test it

‚Flip it to test it‘, tausche es aus, um es zu testen.

Flipt-it-to-test-it gilt auch für unsere Kommunikation. Speziell für das sprachliche Markieren von personenbezogenen Merkmalen wie z.B. ethnischer Hintergrund, Nationalität oder Alter.

Ein Beispiel für einen flip-it-to-test-it-Test:

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Gendern & evolutionärer Humanismus

Nach langer Zeit komme ich mal wieder dazu, meine Google-Alerts und RSS-Feeds zu den Themen inklusive, korrekte und positive Sprache abzuarbeiten.

Fast alle Artikel drehen sich dabei, bisweilen sehr erbittert, um das sogenannte ‚Gendern‘.

Via einem meiner Lieblings-Podcasts, dem Sein-und-Streit-Podcast von Deutschlandfunk Kultur, höre ich dann Michael Schmidt-Salomon sprechen, über ‚evolutionären Humanismus‘ und ‚Gelassenheit statt Moralisierung‘.

Für mich ist eine inklusive und korrekte Sprache genau das: Evolutionärer Humanismus.

Der sogenannten Gender-Debatte täte weniger Extremismus und mehr ‚Gelassenheit statt Moralisierung‘ sehr gut.

Zitat Michael Schmidt-Salomon:

„Jeder sieht sich als Vertreter des Guten im Kampf gegen das universelle Böse. Das ist so eine Art kulturübergreifende Borderline-Störung.“

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Genderlinguistik

Ich erfahre heute – via einer zum Fall ‚Hannover‘ passenden Pressemeldung beim Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- von einer neuen Publikation zum Thema:

Genderlinguistik

Die ausführliche und lesenswerte Pressemeldung, die Lust auf das Buch macht:

Der Teaser:

„Studienbuch zur Genderlinguistik liefert Überblick über aktuelle Forschungslage – Kontrapunkt zur ideologischen Diskussion um deutsche Sprache“ (uni-mainz.de)

Das Buch beim Verlag:

Screenshot mit Buch-Cover des Buchs Genderlinguistik
Screenshot von narr.de (01.02.2019)

Mehr zur spannenden Genderlinguistik:

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hannoveraner*innen

Die Stadt Hannover hat mit ihrer ‚Neue Regelung für geschlechtergerechte Sprache‘ ordentlich Diskussionen um das Thema angefeuert.

Besonders an dem Fall Hannover ist:

„Die neue Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung verbindlich.“ (hannover.de)

Die ‚verbindliche Empfehlung‘ sieht auch die Verwendung des Gender-Sternchens vor.

Bei zeit.de analysiert Anatol Stefanowitsch sehr gut die Problematik der damit verbunden ‚verbindlichen‘ Institutionalisierung des Gender-Sternchens: